Woher kommt das?

Auch wenn der Ist-Zustand weitestgehend transparent ist, weiß trotzdem noch keiner, wie er entstanden ist. Auch mir war das zu Beginn nicht wirklich klar. Dabei ist es ein entscheidender Faktor, sich über die Zeitspanne, die ein Ausstieg bis zum Finale braucht, im klaren zu sein. Wenn ich alles zusammen rechne, ergeben sich dabei rund 10 Jahre. Ich wäre gerne cleverer gewesen, hätte gerne schneller gewusst, was ich möchte oder zumindest eher darauf gehört, aber man kennt das ja „hätte, hätte Fahrradkette“. Gleichzeitig gab es für mich nie einen anderen Weg, als schnellstmöglich Geld zu verdienen – was die Selbstständigkeit nach Abitur oder Studium für mich ausgeschlossen hat. Sicher ist sicher. Wie kommt man mit dieser Haltung also auf die Idee, nach all der Mühe und Arbeit gerade diese Sicherheit über Bord zu werfen? Der Angsthase in mir ist im Herzen ein underdog, ein Pirat, ein Outlaw, der sich die Freiheit wünscht. Aber schon mal einen Piraten im Puschelanzug getroffen? Dennoch habe ich mich schon früh für Themen interessiert, die als Motiv „Aussteigen“ hatten. Die beste Inspiration bekomme ich dabei durch Bücher und Filme, manchmal auch Musik. Aber Hand aufs Herz: gemütlich über Auflehnung, innere Revolution, Ausbruch und Flucht zu lesen, ist was anderes, als selber aktiv zu werden. Dennoch sickerten innerhalb der letzten Jahre (und ich habe VERDAMMT viele Bücher und Filme konsumiert) Worte, Bilder, Meinungen und Fakten in mein Bewusstsein und haben den Angsthasen in mir – naja, nicht mutiger – entschlossener gemacht. Wer also sagt: „Zehn weitere Jahre im Hamsterrad? Das halte ich nicht aus!“ kann sich gerne aus meiner „Inspirationsbox“ bedienen (oder neue Ideen hinzufügen) und erhält vielleicht den ersten Anstoß zum Handeln. Ich bleibe jedoch realistisch: Veränderungen, die nachhaltig sein sollen, brauchen ihre Zeit. Vielleicht nicht zehn Jahre, aber zehn Tage werden kaum reichen – schon gar nicht für Angsthasen.

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